Treasure Cay & Green Turtle Cay: das ruhige Paradies der Abacos
Kilometerlange weiße Strände, türkises Wasser und kaum ein Mensch. Dazu eine Begegnung mit Stingrays, die ich nie vergessen werde. Willkommen auf den stillen Out Islands der Bahamas.
| Anreise | Flugzeit | Vibe |
| ab Fort Lauderdale | ca. 45 Min. | Erholung pur |
Es gibt Orte, die laut um Aufmerksamkeit buhlen, und es gibt die Abacos. Diese Inselkette im Norden der Bahamas ist still und ursprünglich geblieben und genau das schätzt man hier. Wir haben hier zwei sehr unterschiedliche Inseln erlebt: Treasure Cay auf Great Abaco, einen Ort der absoluten Ruhe an einem der schönsten Strände, die wir je gesehen haben, und das kleine Green Turtle Cay, wo uns ein Tag erwartete, der zu einem der unvergesslichsten unserer Reisen wurde.

Willkommen im Paradies
Anreise: in 45 Minuten ins Paradies
Von Fort Lauderdale (Florida, USA) aus ging es für uns mit Silver Airways nach Great Abaco, ein angenehm kurzer Flug von nur rund 45 Minuten. Die größere Stadt in Flughafennähe ist Marsh Harbour, das zentrale Versorgungszentrum der Insel. Great Abaco selbst teilt sich grob in North, Central und South Abaco, und unser Ziel lag im Norden.
Wir haben uns am Flughafen einen Mietwagen genommen und sind Richtung North Abaco nach Treasure Cay gefahren. Schon auf der Fahrt wird eines deutlich: Die Spuren des schweren Hurrikans Dorian von 2019 sind bis heute sichtbar. Vieles ist im Aufbau, es gibt nicht viele Restaurants und auch nicht viele Supermärkte. Das ist kein durchgestyltes Ferienziel, sondern eine Insel, die ihren eigenen, ehrlichen Charakter hat.

Unsere Airline
Treasure Cay: Relax, eat, sleep, repeat
Treasure Cay · North Abaco · kilometerlanger Traumstrand
Was Treasure Cay bietet, lässt sich in wenigen Worten sagen und wird trotzdem keinem Bild gerecht: einen kilometerlangen, strahlend weißen Sandstrand, türkisfarbenes Wasser und kaum Menschen. Erholung pur. Wenn ein Ort ein Motto hätte, dann wäre es hier: relax, eat, sleep, repeat.
Unser „Hausstrand“
Ein Strand, so lang, den man fast für sich allein hat und Wasser in einem Türkis, das man sonst nur aus Bildbänden kennt.
Wir haben in einer Ferienhaussiedlung gewohnt, nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Rundherum eine wunderschöne Vegetation, Blumen in allen Farben und Formen. An manchen Morgen haben wir uns gefragt, ob das hier nicht doch das Paradies ist. Viel mehr braucht es an einem solchen Ort nicht, und das ist genau der Punkt. Wer solche Traumstrände liebt, findet übrigens auch auf der anderen Seite der Welt welche: in unserem Guide zu den schönsten Stränden auf Oʻahu Hawaii.
Unsere Ferienhaussiedlung
Die Vegetation
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Was du zur Versorgung wissen musst
Eines solltest du ehrlich einplanen: Die Versorgung ist überschaubar. In Treasure Cay gibt es einen kleinen Supermarkt, und vor dem Ortseingang einen etwas größeren. Die Preise sind spürbar höher als auf dem Festland, weil alles importiert werden muss. Der nächstgrößere Supermarkt liegt in Marsh Harbour, rund 40 bis 45 Kilometer entfernt, über eine eher eintönige Straße. Man überlegt sich also besser vorher gut, was man braucht, statt zweimal am Tag loszufahren.
Tagesausflug nach Green Turtle Cay
Green Turtle Cay · 3 Meilen lang · nur per Fähre erreichbar
Der schönste Tagesausflug ab Treasure Cay führt nach Green Turtle Cay. Vom Fährdock nördlich von Treasure Cay setzt man ohne Voranmeldung über, die Fahrt dauert ca. 10-15 Minuten. Das Schöne daran: Man teilt sich die Fähre mit Einheimischen, die zum Arbeiten hinüberfahren. Handwerker laden ihr Material auf, dazwischen ein paar Reisende, und dann geht es los. Authentischer kann ein Inseltransfer kaum sein.
Angekommen ist man dann im Hafen von New Plymouth. Die bunten Holzhäuschen entlang der Hafenpromenade begrüßen einen, als wäre die Zeit hier ein paar Jahrzehnte langsamer vergangen. New Plymouth wurde im 18. Jahrhundert von Loyalisten gegründet, und die steilen Giebeldächer im Neuengland-Stil sind in den Bahamas einzigartig. Mehr zur Geschichte der Insel findest du auf der offiziellen Bahamas-Tourismusseite.
Der Hafen von New Plymouth
Erst das Golf-Cart, dann die ganze Insel
Das Beste, was man auf Green Turtle Cay machen kann, ist sich gleich am Hafen ein Golf-Cart zu mieten. Wir haben rund 50 Dollar für den Tag bezahlt, und damit kommt man einmal bequem um die ganze Insel. Genau das sollte man tun, denn sonst verpasst man das Beste. Ich hatte das Cart relativ spontan zwei Tage vorher per Mail bei der Vermieterin gebucht, und sie wartete schon am Hafen auf uns.
Unser erster Halt war der kleine Supermarkt im Ort, ein Laden wie aus einer anderen Zeit, an der Kasse zwei rüstige Damen jenseits der achtzig. Die Preise haben es in sich, denn auch hier muss alles vom Festland herübergebracht werden. Trotzdem bekamen wir, wonach wir suchten: gefrorene Tintenfischtentakel. Denn wir hofften auf eine ganz besondere Begegnung.

Unser Turbo – Golf Cart
Die Stingrays von Coco Bay: ein unbezahlbarer Moment
Mit dem Tintenfisch im Gepäck fuhren wir über die Insel zur Coco Bay, erst über geteerte, dann über unbefestigte Straßen. Dort soll man gute Chancen haben, Stingrays und Meeresschildkröten zu sehen. Und schon beim Aussteigen sahen wir, dass sich im flachen Wasser etwas bewegte.
Coco Bay
Wir trafen auf drei Stingrays, einen großen, einen mittleren und einen kleinen. Es war das erste Mal, dass ich diesen Tieren so nah war. Vorsichtig ging ich ins Wasser, blieb stehen, und langsam näherte sich der große, checkte mich ab und kam immer näher. Da fiel mir der Tintenfisch ein, der inzwischen aufgetaut war. Ich holte ein paar Stücke, riss sie klein, hielt sie unter Wasser, wartete einen Moment, und schon kam der Stingray und fraß sie mir aus der Hand.
Ein unvergessliches Erlebnis
Was für ein Erlebnis. Auf einmal hatte ich einen besten Freund. Wie ein kleiner Hund schwamm er um mich herum, stupste mich an und versuchte, an meinem Bein höher zu klettern.
Die beiden anderen kamen ebenfalls näher und freuten sich über den Tintenfisch, und plötzlich stand ich mitten im Wasser zwischen Stingrays und Fischschwärmen. Und dann tauchte direkt vor mir auch noch eine Meeresschildkröte auf. Einfach nur wow. Unbezahlbar. Und um so vieles schöner als ein organisierter Ausflug mit zwanzig anderen Menschen. Irgendwann musste ich mich von diesem Ort lösen und meinen neu gewonnenen Freunden tschüss sagen.
WICHTIG ZUM UMGANG MIT DEN TIEREN
Stingrays und Schildkröten sind Wildtiere. Beobachte sie ruhig und respektvoll, mache keine hastigen Bewegungen und bedränge sie nicht. Meeresschildkröten stehen unter Schutz und dürfen nicht berührt werden, halte mindestens zwei bis drei Meter Abstand.
Gillam Bay: Karibik-Feeling pur
Mit unserem kleinen Turbo-Golf-Cart düsten wir weiter zum nächsten Spot, zur Gillam Bay am südöstlichen Ende der Insel. Ein großer Teil der Strecke war asphaltiert, doch das letzte Stück führt nur über eine holprige Piste. Unsere kleine Möhre brachte uns trotzdem zuverlässig hin, und dort erwartete uns, was für mich Karibik in Reinform ist.
Gillam Bay – Green Turtle Cay Bahamas
Ein wunderschöner, naturbelassener Strand, endlos lang. Türkisfarbenes Wasser, so klar, dass man jeden Sandkorn sieht. Ein Rochen, so groß wie ein Tisch, glitt vorbei, und in der Ferne lag eine winzige tropische Insel mit Palmen. Auch hier mochte ich mich kaum lösen. Doch irgendwann fährt die letzte Fähre von New Plymouth zurück, und so blieb uns nur noch ein kurzer Spaziergang durch das bunte Städtchen, bevor es zurück nach Great Abaco ging.
GUT ZU WISSEN FÜR GREEN TURTLE CAY
- Letzte Fähre: Plane den Rückweg, die letzte Fähre fährt am frühen Abend. Verpasst man sie, sitzt man fest.
- Sonntags: In New Plymouth ist sonntags fast alles geschlossen, außer den Kirchen.
- Golf-Cart: vorab reservieren, dann wartet es schon am Hafen.
- Bargeld: Die Preise im Inselladen sind hoch, plane etwas mehr ein.
Hafen New Plymouth
Noch mehr Abacos: Ausflüge für deinen nächsten Besuch
Die Abacos haben weit mehr zu bieten, als man an einem oder zwei Tagen schafft. Zwei Ausflüge stehen bei uns ganz oben für das nächste Mal, und beide lassen sich gut von Great Abaco aus organisieren.
Ab Marsh Harbour lohnt sich die Überfahrt nach Elbow Cay, ganz ähnlich wie wir es mit Green Turtle Cay gemacht haben. Das Wahrzeichen dort ist der historische Leuchtturm von Hope Town aus dem Jahr 1862, einer der letzten kerosinbetriebenen Leuchttürme der Welt, den man besteigen kann.
Und für alle, die das wohl berühmteste Bahamas-Erlebnis suchen: Die schwimmenden Schweinchen leben auf No Name Cay, einer kleinen unbewohnten Insel südlich von Green Turtle Cay. Verschiedene Touranbieter fahren dorthin, und der Anblick der Schweine, die einem im türkisen Wasser entgegenschwimmen, gehört zu den schrägsten und schönsten Erlebnissen der Karibik.
Lohnt sich Treasure Cay & Green Turtle Cay? Unser Fazit
Wer Trubel, Shoppingmeilen und Action sucht, ist hier falsch. Wer dagegen leere Traumstrände, türkises Wasser, echtes Inselleben und Begegnungen sucht, die man nicht kaufen kann, der findet auf den Abacos genau das. Treasure Cay steht für tiefe Ruhe, Green Turtle Cay für einen Tag voller kleiner Wunder. Für uns war es Karibik, wie man sie sich erträumt, ehrlich, ursprünglich und unvergesslich.
Manchmal ist das größte Erlebnis kein gebuchter Ausflug, sondern ein Stingray, der einem aus der Hand frisst.
Abendstimmung Treasure Cay Bahamas
Mehr Freiheit. Mehr Reisen.
Öfter reisen. Länger bleiben. Freier leben.
Reisen ist keine Frage des Geldbeutels. Es ist eine Frage der Prioritäten. Mein Weg zu mehr Freiheit, mehr Zeit und weniger Kompromissen. Lies hier wie.
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